Warum Meditation in der Beziehung hilfreich ist.

Meditation hat eine inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesene positive Auswirkung auf zwischenmenschliche Beziehungen. Die tägliche Übung unterstützt uns dabei, unser Nervensystem in einen Zustand zu versetzen, in dem soziale Interaktion möglichst gut und lösungsorientiert möglich ist. Besonders das Meditieren zusammen mit unserem Partner / unserer Partnerin schafft ein Klima der Aufmerksamkeit und Unterstützung, das uns im Alltag begleiten kann. Neugierig, offen und zugewandt können wir dann unsere Beziehungen gestalten.

Meditation unterstützt uns dabei, von Zuständen der Erregung oder der Automatik zurück in einen Zustand des sogenannten „ventralen vagalen“ Teils des Nervensystems zu gelangen. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch ein Gefühl der Sicherheit und der sozialen Kompetenz. Wir haben ein Gefühl des Flow, ein offenes Herz, sind neugierig, zugewandt und mitfühlend. Dieser Zustand ist sehr wichtig, wenn wir uns in Beziehungen gut begegnen wollen. Die Übung der Meditation hilft uns, zu erkennen, wenn wir diese Art, in der Welt  zu sein, verlassen haben. Wir erkennen, dass wir uns selbst regulieren sollten, um wieder auf den anderen Menschen zugehen zu können. Die meditative Übung hilft dabei.

Um es noch einmal anders auszudrücken: egal, welche Form der Meditation du nutzt, ob stilles Sitzen Yoga, Tai Chi oder andere Bewegungsübungen, alle diese Formen sind dazu gedacht, dich in den Zustand der Offenheit zu versetzen.

Durch Verlangsamung wird das Bewusstsein für den gerade stattfindenden Moment erhöht. Das hilft dabei, in Auseinandersetzungen mit dem Partner bzw. der Partnerin zu de-eskalieren.

Es erhöht die Aufmerksamkeit für die eigenen inneren Vorgänge. Wir erkennen schneller, wenn wir uns im Modus des Automatismus bewegen und unbewusst Vorgänge abspulen, die uns in der aktuellen Situation eher nicht helfen. Wir können den Erregungszustand aufgrund der Übung in Meditation dann selbst erkennen und regulieren, bis wir wieder im oben beschriebenen ventralen vagalen Zustand sind.  Jetzt ist soziale Interaktion wieder möglich.

Meditation allein ist selbstverständlich keine Garantie für eine gute Beziehung, aber es schafft eine gute Grundlage, von der aus wir dann die Methoden anwenden könne, die unsere Beziehung unterstützen, wie etwa gewaltfreie Kommunikation oder andere Gesprächs- oder Berührungsmodelle.

Gemeinsames Meditieren, also meditieren zusammen mit dem Partner / der Partnerin wirkt ebenso neurologisch auf beide Nervensysteme und verstärkt die Wirkung. Es ist sozusagen wie das kümmern um den Garten, in dem man gemeinsam lebt. Ein meditatives Feld, in dem die Beziehung getragen wird, ist hilfreich und heilsam.

Probiert es aus. Meditiert zusammen und schaut, wie sich die Übung auf euer Zusammenleben auswirkt.

Wer sich für die wissenschaftlichen Grundlagen näher interessiert, dem sei das Buch von Stephen Porges zur Polyvagal-Theorie empfohlen, das derzeit den Stand der Wissenschaft abbildet.

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